Kleines Lexikon der Homöopathie

 

Arznei:

Wir verwenden eine einzige Arznei für alle Ihre Beschwerden. Die Arzneien stammen aus dem Pflanzen-, dem Tier- oder dem Mineralreich. Die Arznei wirkt auf allen Ebenen von Körper, Seele und Geist. Wir sagen Arznei oder Mittel/ nicht Medikament.

Arzneimittelprüfung:

Die Arzneien werden nicht am Krankenbett getestet, sondern am gesunden Menschen geprüft. Es entstehen Beschwerden, die wir mit den Beschwerden eines Kranken vergleichen.

Ähnlichkeitsgesetz:

Um sanft, schnell und dauerhaft zu heilen, wird eine Arznei für den kranken Menschen gewählt, die in der Arzneimittelprüfung ähnliche Symptome hervorgerufen hat

Anamnese:

Sie steht am Anfang jeder klassischen homöopathischen Behandlung. Hierbei werden nicht nur aktuelle Krankheitssymptome sondern der gesamte gesundheitliche Lebenslauf sowie das persönliche Umfeld (Gewohnheiten, Befindlichkeiten, Lebenssituation) besprochen.
Erst danach wird mit einer homöopathischen Behandlung begonnen.

Charakteristisches Symptom:

Achten Sie bitte auf „eigenartige“ Beschwerden und trauen Sie sich auch, mir diese mitzuteilen, so z.B. Atemnot beim Essen, Durstlosigkeit im Fieber, Asthmaanfall wird besser im Liegen, stechende Ohrenschmerzen aber nur beim Bücken….Diese individuellen Beschwerden sind ganz wichtig für die Mittelfindung.

Erstreaktion:

Ist die überschießende Reaktion des Patienten auf die Arznei innerhalb weniger Stunden, längstens eines Tages. Die angegebenen Beschwerden verstärken sich für kurze Zeit: Migräneanfall, Schlaflosigkeit….Diese Reaktion, so unangenehm sie auch sein mag, ist für die Prognose der Heilung die beste aller Möglichkeiten. Erstreaktion bedeutet: passende Arznei, aber nicht ganz richtig gewählte Potenz.

Ganzheitliche Sicht:

Die Homöopathie behandelt weder Diagnosen noch Befunde, sondern kranke Menschen in ihrem individuellen Kranksein.

Grenzen der Methode:

Liegen in der Art der Erkrankung, in der Regulationsfähigkeit des Patienten und im Wissen und Können des homöopathischen Arztes.

Globuli:

kleine Kügelchen aus Zucker, auf die das homöopathische Mittel aufgetragen wird.
Sie sind nicht nur leichter zu transportieren und einzunehmen als flüssige Substanzen, sondern eignen sich besonders auch für die Behandlung von Kindern, Menschen mit Alkoholunverträglichkeit und Tieren.

Kontrollordination:

Bis zur vereinbarten Kontrolle beobachten Sie bitte genau die Veränderungen, die Sie nach der Arzneieinnahme bemerkt haben.

Potenzieren:

Methode zur Herstellung homöopathischer Arzneimittel.
Die Ausgangssubstanz wird dabei mit Wasser oder Alkohol verschüttelt, bzw. mit Milchzucker verrieben. Nach homöopathischer Meinung wird dadurch die erwünschte Wirkung der Ausgangssubstanz erhöht.

Potenz:

Höhe, Stärke der Darreichungsform einer Arznei. Die Potenz wird nach der Ebene der Störung ausgewählt, bzw. dem Energiezustand des Patienten angepasst.

Regulation:

Die Homöopathie ist eine regulative Methode, Zerstörtes oder Fehlendes kann nicht ersetzt werden.

Repertorium = Symptomenverzeichnis

Nach der Anamnese „übersetzen“ wir die individuellen Beschwerden des Patienten in die Sprache des Repertoriums und finden so die Arznei.

Schreiben:

Es mag Ihnen sonderbar vorkommen, aber wir schreiben bei der Anamnese Wort für Wort mit. Nur so können wir ganz sicher sein, nichts versäumt zu haben. Wir vergleichen bei der Kontrollordination dann Ihre Aussagen mit dem augenblicklichen Zustand

Verreiben:

Hierbei wird die Ausgangssubstanz (z. B. ein Mineral) zunächst im Mörser zusammen mit Milchzucker verrieben und danach erst (ab der dritten Potenz) verschüttelt.

Verschütteln:

Die Ausgangssubstanz wird mit einer bestimmten Menge des Lösungsmittels zunächst verdünnt und anschließend mit einer festgesetzten Anzahl von Schlägen geschüttelt.

Voraussetzungen der Homöopathie in der Praxis:

Die Homöopathie verlangt vom Patienten:
– Exakte Beobachtung der Beschwerden und der eigenen Person
– Aufmerksames Registrieren der möglichen auslösenden Ursachen
– Wahrnehmen der Empfindungen
– Genaues Schildern der Beschwerden

Wirksamkeit:

Die richtige Arznei wirkt innerhalb weniger Minuten, einer halben Stunde, zumindest innerhalb eines Tages.